Der Hansmeyerhof - Das Gebäude

-Schwarzwälder Bauerhäuser gibt es in vielen regionalen Ausprägungen. Der Hansmeyerhof gehört zu den Dreisamtäler Haustypen. Charakteristisch für diese ist der dreibündige Wohngrundriß mit Stube, Stubenkammer und einem weiteren, von der Küche aus zugänglichen Raum, der bei den meisten Dreisamtäler Höfen als Stüble für die Altenteiler dient. Anders als im jüngeren Falkenhof, liegt der Wohnteil nicht zur Talseite hin, sondern wie bei den Höfen der Höhengebiete zwischen Stall und Bergseite.
-Von der zweigeschossigen Küche aus wird der Kachelofen der Stube beheizt. Einen Schornstein gibt es nicht. Der Rauch tritt in der Küche unter einem „Gwölm“ genannten Rauchfang aus, steigt im Raum auf und entweicht teils durch Schlitze ins Freie, teils durch ein Loch in der Decke in den Dachraum. Durch dieses offene System entsteht die vollständige Rußschwärzung der Küche und des vom Rauch bestrichenen Gebälks. Die kaminlose Feuerungsart wird nicht nur zum Räuchern des Specks genutzt, sondern ist für die Durchlüftung des Holzwerks von Bedeutung und für die hohe Lebensdauer dieser Holzhäuser mitverantwortlich.
-Die große Stube als Herzstück aller Schwarzwälder Bauernhäuser weist durch das lange Fensterband als einziger Raum eine großzügige Belichtung auf. Die übrigen Räume wie Schlaf- und Gesindekammern haben anstelle von Fenstern lediglich Holzschieber. Der Stubengrundriß ist bestimmt durch die umlaufende Bank, die von der stattlichen Zahl der Bewohner kündet. In der Ecke am Fenster gegenüber der Stubentür befindet sich der Herrgottswinkel, eingelassen in die Eckstütze. Hier befindet sich auch der große Esstisch. Gegenüber steht der Kachelofen mit Ofenbank. Eine Besonderheit vieler Schwarzwälder Stuben ist der „Stiegenkasten“, ein Wandschrank mit innenliegender enger Treppe, die direkt in die Schlafstube des Bauern führt.

Zwischen Wohn- und Stallteil liegt die zweigeschossige Dreschtenne. Sie hat ein großes Tor, das weniger als Einfahrt dient, denn zum Luftaustausch während der staubigen Drescharbeit. Ursprünglich gab es am anderen Ende der Tenne eine zweite Öffnung; Erst durch den Einbau des Silos und des Schweinestalles entfiel diese Möglichkeit zur Querlüftung.
-Im Obergeschoß befinden sich die Schlafräume und Gesindekammern. Letztere liegen über dem Stall. Zu betreten sind sie von außen über einen langen, balkonartigen Gang, die vor dem Dreschtennentor vorbeiführt.

Der in den 50-er Jahren umgebaute und seitlich erweiterte Stall zeigt den technischen standard der Mitte des 20. Jahrhunderts: eingestreute „Mittellangstände“ mit absperrbarem Holzfressgitter, massiver Stallboden. Die ursprünglich hölzernen Stallaußenwände sind durch Mauerwerk ersetzt.
Zur Bergseite hin, im Bereich der Hocheinfahrt, wurde das Haus - vermutlich im 18. Jahrhundert - um eine Raumbreite erweitert, teilweise aus wiederverwendetem Material von einem anderen Hof.
Im Dachgeschoß ist die ursprüngliche Konstruktion des Hauses am besten sichtbar. Hier entspricht der Hansmeyerhof den Haustypen der Höhengebiete, die gleichfalls mit dem Wohnteil zum Berg stehen. Die längsten Stützen, „Hohsulen“ genannt, reichen vom Boden bis zum First. Zwischen diesen Mittelstützen und der Außenwand stehen die „Stuhlständer“. Alle Stützen fußen auf einem Rost aus ineinander verzapften Balken, dem sog. Schwellenkranz, der den Grundriß des Gebäudes bildete.

Das sehr alte Prinzip der Firstständerhäuser ist aber nur über dem Stallteil konsequent durchgehalten. Bereits im 16. Jahrhundert begannen die Erbauer, über den Wohnteilen die Firstständer abzufangen, um mehr Bewegungsfreiheit für Fahrzeuge im Dachraum zu erhalten und die Wohnteilgrundrisse weniger starr an das Stützensystem zu binden. Über diesen auch im Hansmeyerhof frei überspannten Bereich können die Erntefahrzeuge auf die „Fahr“ gelangen, von der aus das Heu auf die ein Geschoß tiefer gelegene Stalldecke abgeworfen wird. Die Bauern ersparten sich dadurch das Hochstapeln der Vorräte.

Der Hansmeyerhof - Ausstattung

-Der Hansmeyerhof beherbergt Gerätschaften für viele ländliche Tätigkeiten, die früher zum Zuerwerb benötigt wurden oder der Haus- und Hofwirtschaft dienten, z.B. der Wald- und Feldarbeit, Obstverarbeitung, Imkerei, aber auch Ausrüstungen für den Schnefler, Schindelmacher, Handwerksgerät für Sattler, Schuhmacher, Hutmacher, Strohnäher und anderes.

Daneben ist der Hof mit allen früher üblichen Einrichtungen für das bäuerliche Wohnen und Wirtschaften ausgestattet.

Zusätzlich verdeutlicht eine Ausstellung von fast 40 Trachten aus der Region die Lebensweise der Bauern im hinteren Dreisamtal.